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Uster - Besuch 2020

12. 10. 2020

Text von Armin Gehrmann

 

Prenzlau/Uster. Kein Gedränge im Org.-Büro unter freiem Himmel bei der Entgegennahme der Startunterlagen. Locker trabende oder munter plaudernde Athleten auf dem Weg zum Start. Dieser befand sich ganz in der Nähe oder sogar auf der anderen Seeseite. Um zu letzterem zu gelangen fuhr der kleine Dampfer zum Startort Maur im dauerhaften Pendelverkehr hinüber. Aber auch dort keine Hektik, kein Andrang. Und wo waren die Kampfrichter am Start? Fehlansage. Stattdessen lagen dort die üblichen Zeitmessmatten. Über dem Start gab es eine kleine, nahezu unbemerkt installierte Kamera. Das sollte der 41. Greifenseelauf in Prenzlaus Partnerstadt Uster (Schweiz) sein oder werden? Ja. Das Organisationsteam um Markus Ryffel präsentierte im Gegensatz zu den zuvor 40 stattgefundenen Events einen gänzlich anders ablaufenden Lauf.  

Mittendrin im Teilnehmerfeld von rund 5000 Läufern eine kleine Startergruppe des TSV 62 Prenzlau, die der erneuten Einladung des LC Uster (LCU) in die Stadt am Greifensee gefolgt war. Aber selbst die Athleten vom LCU mussten staunen, wie exakt und reibungslos der neue Wettkampfmodus umgesetzt wurde. „Das ging alles ohne Murren und Knurren, ohne Reibereien, ohne Pannen. Und das will was heißen“, sprach Michael Billich, Präsident des LCU, allen Organisatoren seinen Respekt aus. Denn aus dem in früheren Jahren kompaktem Wettkampfsonnabend mit Läufen für die Minis, für Familien, für Schüler und Jugendliche bis hin zu den Hauptstrecken von 10 Kilometern und dem Halbmarathon rund um den Greifensee wurde in diesem Jahr ein ganz spezielles Sechs-Tage-Rennen. Sprich: Von Montag bis Sonnabend gab es ab 6.30 bis 20.30 Uhr Zeitfenster von jeweils einer Stunde, sogenannte Slots, in denen die Meldeunterlagen abgeholt und individuell an den Start gegangen werden musste. Die moderne Technik ermögliche einen individuell ausgelösten Startzeitpunkt, mehrere Zwischenzeiten unterwegs bis hin zur Messung des Resultats mit sofortiger Einordnung in die Gesamt- sowie Altersklassenrangfolge. Kaum durchs Ziel gelaufen, konnte man daher am Bildschirm sofort sehen, wo man sich unter den bis dahin ins Ziel gekommenen Läufern eingeordnet hatte.  Toll.  Mit all dem ging nicht nur auf der Strecke jeder Drängelei aus dem Weg. Und obendrein spielte das Wetter dem Veranstalter voll in die Karten – trocken, kaum Wind und meistenteils herrlicher Sonnenschein. 

Annett Wolff, Vorsitzende des TSV Prenzlau, absolvierte den Halbmarathon an der Seite von Markus Knüsel (LCU) in 1:40: 39 Stunden – Rang 213 unter 1017 Frauen, 50. der Altersklasse F 50. Nach längerer, verletzungsbedingter Laufpause gingen Armin Gehrmann (TSV 62) sowie Michael Billich und Markus Knüsel (LCU) drei Tage später die Kurzstrecke von sieben Kilometern im Trainingstempo an und kamen nach 49:48 Seite an Seite ins Ziel. Die Gesamtränge 478, 479 und 480 unter 620 Finishern bezeichneten die drei als zweitrangig. Das gemeinsame Lauferlebnis mit Freunden zählte .

„Wir freuen uns, dass wir mit euch zusammen den Auswirkungen der Corona-Pandemie die Stirn bieten konnten“, bekannte Michael Billich. Beim gemeinsamen Abendessen der Ustermer und Prenzlauer Leichtathleten schwang aber etwas Wehmut mit. Schließlich traf man sich in der Schweiz beim 41. Internationalen Greifenseelauf zum 23. Mal in Folge. Aus der Uckermark reisten diesmal mit Unterstützung durch den Städtepartnerschaftsverein Prenzlau aber nur fünf Sportler, von denen auch nur zwei aktiv am Lauf beteiligt waren, an. „Wir wollten aber diese lange Serie gemeinsamer Treffen nicht reißen lassen“ bekannte Annett Wolff. Sie dankte auch allen „Gasteltern“ für ihre warmherzige Betreuung der Prenzlauer sowie für das Erlebnis der Fahrt mit der steilsten Strandseilbahn der Welt (1547 m lang/744 m Höhenunterschied, 47,73 Grad im steilsten Teil) sowie einer keineswegs leichten, aber sehr interessanten gemeinsamen Gratwanderung in der Innerschweiz vom Klingenstock (1935 m) zum Fronalpstock (1921). 

Nach erlebnisreichen gemeinsamen Tagen gab es die gegenseitigen Versprechen: 2021 bestreiten wir erneut gemeinsame Wettkämpfe. So es Corona zulässt, dann in Prenzlau und Uster.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Uster - Besuch 2020

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